BesserLesen
Mobile Anwendung zur kooperativen Leseförderung von Kindern durch KI-gestützte Spracherkennung und -überprüfung
Verbundpartner
• Technische Universität Braunschweig
• Ludwig Maximilians Universität München
• Hochschule München/Technische Universität München
Projektlaufzeit
01.03.2023 – 30.06.2026
Projektwebseite: https://www.validierungsfoerderung.de/validierungsprojekte/besserlesen
Ziel
Lesekompetenz ist eine zentrale Voraussetzung für schulischen Erfolg, gesellschaftliche Teilhabe und lebenslanges Lernen. Aktuelle nationale und internationale Studien zeigen jedoch einen Rückgang der Lesekompetenz von Grundschulkindern in Deutschland sowie eine zunehmende soziale Spreizung zwischen leistungsstarken und leistungsschwächeren Kindern. Insbesondere sozioökonomische Herkunft und familiale Ressourcen beeinflussen den Erwerb von Lesekompetenz weiterhin stark.
Ziel des Verbundprojekts BesserLesen ist es, einen Beitrag zur Förderung von Lesekompetenz und Bildungsgerechtigkeit in der Grundschule zu leisten, indem digitale Technologien gezielt in ein didaktisch fundiertes Leseförderkonzept eingebunden werden, das Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft passgenaue Lerngelegenheiten eröffnet.
Vorhaben
Im Projekt BesserLesen wird eine KI gestützte Lese App entwickelt, die insbesondere die Leseflüssigkeit von Grundschulkindern fördert und kooperatives Lesen im Tandem unterstützt. Die App verbindet technologische Innovationen im Bereich der automatischen Spracherkennung mit pädagogisch didaktischen Konzepten des Lese und Literaturunterrichts.
Das Vorhaben verfolgt einen interdisziplinären Ansatz:
• Die Technische Universität Braunschweig entwickelt den KI basierten SpeechMatcher zur Erkennung und Überprüfung gelesener Kindersprache sowie eine Plattform zur kontinuierlichen Verbesserung der Modelle.
• Die Ludwig Maximilians Universität München verantwortet die Entwicklung des Lehr Lernkonzepts sowie qualitative Datenerhebungen.
• Die Hochschule München/Technische Universität München übernimmt die quantitative Evaluation des Programms, die Durchführung standardisierter Lesetests sowie die sozialwissenschaftliche Analyse der Wirkungen.
Im schulischen Einsatz wird die App in unterschiedlichen didaktischen Settings getestet, um Effekte der Technologie und der pädagogischen Rahmung getrennt untersuchen zu können. Ein zentrales Anliegen ist es, digitale Förderung nicht isoliert, sondern eingebettet in ko kreative, gemeinschaftliche Unterrichtsformate zu realisieren.
Methodik
Das Projekt folgt einem Mixed Methods Design. Die Evaluation erfolgt mittels quantitativer und qualitativer Erhebungen:
Quantitative Erhebungen:
• Pre , Post und Follow up Messungen der Lesekompetenz mit dem standardisierten Lesetest Levumi sowie Schüler:innenfragebögen zu Lesemotivation und Leseselbstkonzept. Informationen zur sozialen Herkunft werden über Elternfragebögen erhoben.
Qualitative Erhebungen:
• Videografien von Unterrichts- und Lernsituationen zur Analyse von Interaktionen, Lernprozessen und soziotechnischen Konstellationen zwischen Kindern und der Lese App.
Die Intervention wird an mehreren Grundschulklassen durchgeführt und umfasst unterschiedliche Einsatzformen der App (alleine bzw. eingebettet in ein umfassendes didaktisches Lesekonzept). Ziel ist es, Wirkungen auf Lesekompetenz, Lesemotivation und Leseselbstkonzept sowie Unterschiede zwischen den Interventionsformen systematisch zu erfassen.
Die Ergebnisse fließen in wissenschaftliche Publikationen sowie in praxisbezogene Empfehlungen für Schule, Lehrer:innenbildung und Bildungsadministration ein.
Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt